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Gegossene Güte

Velten: Die Bewohner und Mitarbeiter des Caritas-Seniorenzentrums St. Elisabeth erwarteten sie mit großer Spannung: ihre Namenspatronin – die heilige Elisabeth. Am 5. Mai 2008 um 11 Uhr war es soweit: nach ca. 1 ½-jähriger Wartezeit wurde das Relief vom Künstler Paul Brandenburg feierlich enthüllt.

bild2Eine traurige Begebenheit führte den Frohnauer Künstler Paul Brandenburg erstmals 2004 in das Caritas-Seniorenzentrum St. Elisabeth in Velten: Seine damals schwer kranke Frau fand hier Ihr letztes Zuhause. „Ich war so beeindruckt von der Güte und Herzenswärme, mit der Sie meiner Frau begegnet sind, dass ich Ihnen dieses Relief als Dankeschön übergeben möchte“, sagte der Bildhauer mit tränenunterdrückter Stimme nach der Enthüllung des Reliefs. Lediglich den Materialpreis sollte das Seniorenzentrum übernehmen, wobei die Gemeinde mit Pfarrer Matthias Brühe kräftig half. Noch vor der Weihe durch Pfarrer Brühe beeindruckte der Künstler die Bewohner, Mitarbeiter und Besucher mit seinen Ausführungen zu dem Werk aus Aluminium und Blattgold: „Die Elisabeth stellt man sonst mit Heiligenschein, Rosen, Brot und sehr jung dar. Ich habe mich entschieden, ihr ein älteres Gesicht zu geben, denn es ist die innere Reife, die entscheidend für diese Frau ist, die vom höchsten Adel war und sich dennoch den Armen zuwandte,“ erklärte Brandenburg. Ein alter Mann und eine alte Frau suchen in dem Relief die Nähe dieser Frau. Elisabeth wiederum begegnet ihnen nicht von oben herab, sondern auf Augenhöhe. „Sehen Sie materielle Dinge, mit denen Elisabeth hilft? Nein,“ meint Brandenburg, „es ist die Güte, die Berührung, die innere Zuwendung, die entscheidend sind – so wie in diesem Haus,“ führte Brandenburg aus. Wichtig ist es dem 77-jährigen Künstler, auf seinen Auftraggeber einzugehen. „Wir fühlten uns sehr geehrt, denn Herr Brandenburg hat uns seinen Entwurf gezeigt und uns vorab sein künstlerisches Konzept für unser Relief auseinandergesetzt,“ erzählte Schwester Lucia, Seelsorgerin im Seniorenzentrum. Dem Relief wurde eine vierte Figur hinzugefügt, die aus dem Relief heraus auf die Vorbeigehenden schaut. „Es ist das Pflegepersonal in der Nachfolge der Heiligen Elisabeth, das sich den Heimbewohnern gütig zuwendet,“ verdeutlichte Brandenburg. Abschließend trugen viele Stimmen das Lied ihrer Namenspatronin, welche auch gleichzeitig die Schutzpatronin der Caritas ist, gemeinschaftlich durch das Haus: „Wenn das Brot das wir teilen...“



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