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Pflegenoten

15.11.2007 :wq
Transparenz als Merkmal von Qualität
Caritas Altenhilfe GGmbH veröffentlicht Prüfberichte des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen

Stellungnahme von Rainer Flinks,
Geschäftsführer der Caritas Altenhilfe GGmbH

Als Träger von 32 Senioreneinrichtungen gehört es zum Tagesgeschäft, Entwicklungen auf dem Altenpflegemarkt und Berichterstattungen über die Branche zu verfolgen. Diskussionen gab es in jüngster Vergangenheit viele, insbesondere auch was die Qualität der Pflege angeht. Das ist durchaus begrüßenswert, da es die Menschen für das Tabuthema "Schreckgespenst Altenheim", als das viele auch heutige Seniorenpflegeheime sehen, sensibilisiert. Schlecht ist, wenn bei Unglücksfällen ein ganzer Berufsstand an den Pranger gestellt wird. In solchen Situationen haben wir oft überlegt, wie wir uns als verantwortungsvoller Träger gegenüber unseren Bewohnern, deren Angehörigen, aber auch gegenüber unseren Mitarbeitern positiv positionieren können. Das Image der Altenpflege ist teilweise dermaßen schlecht, dass in der Bevölkerung eine große Unsicherheit und teilweise auch viele Vorurteile bestehen. Gestützt wird dies noch durch latent vorhandene Ängste rund um die Frage "Was passiert mit mir im Altenheim?". Für uns ist klar, dass Transparenz das einzige Mittel ist, den Menschen die Scheu zu nehmen. Ein Träger, der mit offenen Karten spielt und keine Scheu hat Stärken und Schwächen transparent zu machen, ist nach unserer Auffassung vertrauenswürdig. Ein Weg in diese Richtung ist die Beteiligung der Caritas durch ihre Ligavertretung am Runden Tisch "Pflege" und der Transparenzoffensive vom Berliner Senat seit März diesen Jahres. Dort wurde die lesbare und qualitätsabbildende Form von Freiwilligen Qualitätsberichten diskutiert und festgelegt. Als der MDS seinen 2. Prüfbericht Ende August veröffentlichte und die Medien die Diskussion um die angeblich schlechte Qualität in deutschen Pflegeheimen neu entfachten, entschlossen wir uns als progressive Tochter des Caritasverbandes in Berlin noch einen Schritt weiter zu gehen und ermöglichen seitdem der Öffentlichkeit Einsicht in unsere Prüfberichte des MDK auf unserer Website zu nehmen. Die Berichte wurden 1:1 in anonymisierter Form eingestellt. Zusätzlich geben wir noch einen Überblick über sämtliche Begehungen durch den MDK und die Heimaufsicht seit 2003. Wir hoffen, dass die aktuelle Diskussion für den MDK einen Anstoß liefert, eine für Laien verständliche und im gesamten Bundesgebiet vereinheitlichte Form der Berichte zu entwickeln. Darüber hinaus wünschen wir uns, dass die Prüfungen künftig den Schwerpunkt in der Begutachtung des Wohlergehens und der Zufriedenheit der Bewohner sehen. Derzeit ist es so, dass bei einer Begehung zwei Drittel der Zeit in die Prüfung der Pflegedokumentation und die Bewohnerakten fließt und der Rest dazu genutzt wird, die tatsächliche Versorgung der Bewohner zu prüfen. Vorschriftsmäßig muss der MDK 10% der Bewohner eines Hauses in Augenschein nehmen, um die Ergebnisqualität der Pflege zu prüfen. Bei einem Haus mit 100 Bewohnern muss man sich vor Augen führen, dass sich der MDK hier lediglich 10 Bewohner ansieht. Wünschenswert wäre aus unserer Sicht, dass der MDK seine Zeit zu gleichen Teilen nutzt, um sowohl die Struktur- und Prozessqualität anhand der vorliegenden Dokumentation als auch die Ergebnisqualität durch Inaugenscheinnahme der Bewohner zu prüfen. Bei aller Transparenz darf jedoch nicht vergessen werden, dass ein Prüfbericht immer eine Momentaufnahme darstellt. Für Qualität spricht auch, wie eine Einrichtung mit Defiziten umgeht, wie ernst sie diese nimmt und welche Instrumente eingesetzt werden, um sie zu beheben und eine hohe Qualität in der Pflege und Betreuung der Bewohner zu sichern. Aus diesem Grund sind unsere Stellungnahmen zu den Prüfberichten auch Bestandteil der Veröffentlichung. Ein guter Prüfbericht ist nicht das Ziel unseres Qualitätsmanagements. Unser höchstes Ziel sind zufriedene und gut versorgte Bewohner und sich einbezogen fühlende Angehörige. Qualität ist ein kontinuierlicher Prozess in dessen Rahmen wir uns immer wieder selbst auf den Prüfstand stellen und mit allen Beteiligten daran arbeiten, unsere Qualität zu sichern und stetig zu verbessern. Wenn dabei am Ende ein guter MDK-Bericht herauskommt, ist das für uns eine Art Bonus - die Bestätigung, dass wir mit unseren eigenen Instrumenten auf dem richtigen Weg sind. Wer Pflegequalität in diesem Kontext sieht, braucht auch keine Angst vor unangemeldeten Prüfungen durch den MDK zu haben.


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