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Pflegethema 2011
Quergedacht gegen Fachkräftemangel

Caritas Altenhilfe GGmbH schlägt vor, die Fachkraftquote um 20% abzusenken und gleichzeitig Pflegehilfskräfte besser zu qualifizieren und Kompetenzen zu erweitern.

Bundesgesundheitsminister Rösler spricht von einer Verzahnung der bislang dreijährigen Ausbildung von Kranken- und Altenpflegern, um mehr Anreize für den Pflegenachwuchs zu schaffen. Eine Verzahnung der Ausbildungen soll gleichzeitig auch mit einer besseren Qualifizierung einhergehen und in ein anspruchsvolleres Tätigkeitsprofil münden. Damit will Rösler die Attraktivität des Pflegeberufes erhöhen. „Das finden wir grundsätzlich gut“, stimmt Geschäftsführer Rainer Flinks zu, „man darf dabei aber nicht die Pflegehilfskräfte vergessen. Wir schlagen deshalb ein Zukunftsmodell mit dem gleichzeitigen Ziel einer besseren Pflegeabsicherung vor.“ In dem Modell würde die Fachkraftquote um rund 20% abgesenkt werden. Derzeit müssen stationäre Pflegeeinrichtungen je nach Bundesland eine Fachkraftquote zwischen 50% und 52% erfüllen - aufgrund des jetzt schon vielerorts festzustellenden Mangels an dreijährig examinierten Pflegefachkräften für viele Träger ein Problem. Gleichzeitig müssten auch die Pflegehilfskräfte durch eine einjährige Ausbildung zum Krankenpflegehelfer mit abschließendem Examen und einer deutlichen Kompetenzausweitung besser qualifiziert werden. Unter dieser Voraussetzung könnte ein Anteil von 60% examinierter Krankenpflegehelfer wichtige pflegerische Aufgaben in der Krankenbeobachtung und Grundpflege übernehmen. Reine Hilfstätigkeiten würden nur durch einen kleinen Anteil von Hilfskräften ausgeführt werden. „Damit würden wir eine große Veränderung herbeiführen“, prognostiziert Flinks, „das Problem des Fachkräftemangels würde entzerrt und die Versorgungssituation der Bewohner würde sich durch die bessere Qualifizierung aller Pflegekräfte verbessern. Die Attraktivität der Pflegeberufe würde sich zudem deutlich erhöhen.“ Das statistische Bundesamt prognostiziert, dass die Anzahl der Pflegebedürftigen bis 2020 um 23% steigen wird. In Berlin sind es sogar 26% und in Brandenburg 43%. Gleichzeitig werden nach Untersuchungen des statistischen Bundesamtes im Jahr 2025 rund
152.000 Beschäftigte in Pflegeberufen fehlen.

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