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26.08.2010
Caritas Altenhilfe sagt 435 Mal „Danke“
Ehrenamtsfest im Seniorenheim St. Johannes Berlin

ausgezeichnete Ehrenamtliche

Herr Tomsen mit dem Bistromobil

Ein Blumenstrauß wird überreicht

das menschliche Herz

Trocken und gemütlich, trotz Dauerregens, hatten es die rund 200 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Caritas Altenhilfe beim diesjährigen Ehrenamtsfest im Seniorenheim St. Johannes Berlin in Kreuzberg. Kaffee, Kuchen und ein abendliches Grillbuffet sorgten für Stärkung und das unterhaltsame Programm für die gute und fröhliche Stimmung.

Auftakt war die Andacht mit Diakon Klaus-Peter Schaal von St. Bonifatius, der diese unter die Losung „Beten dürfen wir, bitten sollen wir und danken müssen wir“ stellte. Und in diesem Sinne ging es dann weiter. 435 Ehrenamtliche engagieren sich in den 35 Senioreneinrichtungen der Caritas Altenhilfe GGmbH in Berlin, Brandenburg und Vorpommern. Geschäftsführer Rainer Flinks begrüßt die rund 200 Ehrenamtlichen von ihnen, die sich an diesem Nachmittag auf den Weg gemacht haben, um zu feiern, um sich auszutauschen und auch um den hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Möglichkeit zu geben „Danke“ zu sagen. Bei sieben von ihnen bedankt sich die Caritas Altenhilfe mit einer besonderen Ehrung.

Die Bandbreite denkbarer Einsatzfelder ist groß: Von der Bewohnerpatenschaft über Begleitdienste zum Arzt oder zum Einkaufen, Spazieren gehen, Unterstützung von Feiern oder gemütlichen Kaffeerunden, Telefondienst am Empfang oder die Begleitung einer Ausflugsfahrt. „Für jeden, der sich ehrenamtlich bei uns engagieren möchte, finden wir die Beschäftigung, die zu ihm passt und die ihm Freude gibt,“ meint Michael Zoch, Leiter des Ehrenamtes. Ganz unterschiedliche Menschen finden so auch aus den verschiedensten Beweggründen zum Ehrenamt.

Peter Thomsen, 63 Jahre, zum Beispiel war früher Koch. Im Herbst 2005 meldete er sich für ein Ehrenamt. „Ich suchte eigentlich nur eine Beschäftigung über den Winter.“ Nun ist er seit 4 Jahren da. Er hilft werktäglich mit im Bistro im Haus der Caritas am Bundesplatz in Berlin-Wilmersdorf. Etwas Besonderes ist es, wenn er von montags bis freitags jeden Morgen zwischen 9 und 10 Uhr über die Etagen des Bürohauses mit seinem Bistro-Mobil fährt. „Welches Bürohaus verfügt schon über einen solchen Frühstücksservice?“ Auf seinem Wagen findet der hungrige Büroangestellte liebevoll und lecker belegte Brötchen, Obstsalat oder fruchtige Dessertspeisen, Brezeln und Brötchen bis hin zur Torte. Je nachdem, was der hauptamtlich tätige Bistro-Koch täglich zaubert. Diese Morgen-Tour macht er gerne, sagt er, so kommt man mit jedem ins Gespräch und weiß, wer die Leute sind und was sie tun. Und das ist es, was viele Mitarbeiterinnen ihm schätzen, der morgendliche Gruß, die eine oder andere Plänkelei und hier und da ein paar Witzchen auf seine ganz besondere Art. Auf die Frage, warum er länger als einen Winter geblieben sei antwortet er: „Mensch ich kenne jetzt alle – dann aufhören, da würde mir was fehlen.“ Die Caritas Altenhilfe sagt danke und schenkt Peter Thomsen ein Wochenende in Heringsdorf an der Ostsee.
Bei Hildegard Losik, 73 Jahre, war es ganz anders. Selbst Rentnerin, zog die ehemalige Industriekauffrau vor 12 Jahren in das Servicewohnen des Seniorenzentrums St. Konrad in Berlin-Köpenick. Sie nahm Anteil am Leben im Haus und das zeigte sich zunächst auch in ihrer Hilfsbereitschaft, wenn sie den anderen, meist älteren, Bewohnerinnen und Bewohnern des Wohnhauses das Mittagessen austeilte oder servierte. Irgendwann wollte sie jedoch etwas anderes machen und die Zentrumsleiterin Christiane Sievert fragte sie, ob sie Lust hätte, bei Bedarf das Telefon zu betreuen. "Ich mache ja nicht viel". Bescheidenheit ist dabei wohl ihr Hauptattribut. Nahezu jeden Tag sitzt sie im Büro und wird sich erst auf Nachfrage bewusst, welchen Platz sie dort hat: "Ich bin für viele die erste Anlaufstelle." Entscheidungen träfe sie nicht, aber wenn mal Not am Mann bzw. an der Frau sein, dann leiste sie sozusagen Erste Hilfe. Mag es der tropfende Wasserhahn sein, wo sie sofort den Hausmeister informiert oder ist es ein Besucher oder Anrufer, der sich zum Servicewohnen informieren möchte. Da ist sie ja fast Expertin, denn schließlich wohnt sie selbst im Seniorenwohnhaus und kennt sich aus. Als zweites ehrenamtliches Standbein geht sie oft noch in die St. Antonius-Kirche gegenüber dem Seniorenzentrum. Hier hilft sie dem Küster mit den Blumenarrangements für die Kirche. „Das Ehrenamt ist mein Hobby,“ stellt sie lächelnd fest. Für den unermüdlichen Einsatz, ihre Hilfsbereitschaft und ihre gute Laune dankt ihr die Caritas Altenhilfe mit einem Wochenende an der Ostsee.

Und so wurden auch noch Christel Ott (84 Jahre) aus dem Seniorenwohnhaus Erna Lindner, Johanna Knoll (81 Jahre) und Hermann Beham (81 Jahre) aus dem Seniorenwohnhaus St. Stephanus, Ilse Stenzel (77 Jahre) aus dem Seniorenwohnhaus Kardinal von Galen sowie Ingrid Messerschmidt (64 Jahre) aus dem Seniorenzentrum Albert Hirsch in Frankfurt an der Oder besonders geehrt.
Sie veranstalten Kaffeerunden und Spielenachmittage, leiten einen Nähzirkel, haben ein offenes Ohr, für die täglichen Belange der Bewohnerinnen und Bewohner in den Häusern, gestalten Gartenbereiche neu und schaffen so grüne Oasen zum Wohlfühlen und Entspannen.

Geschäftsführer Rainer Flinks betont: „Diese sieben Ehrenamtlichen – zuzüglich der weiteren 429 – haben etwas gemeinsam: Sie leisten einen für die Gesellschaft unerlässlichen und für unsere Bewohnerinnen und Bewohner unschätzbar wertvollen Dienst und bringen damit zusätzliche Wärme und Zuwendung in die Häuser der Caritas Altenhilfe.“


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