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März 2009
Christliches Profil mit Inhalt bei der Caritas Altenhilfe GGmbH

Ordensschwester und Bewohnerin

Die demografische Entwicklung hat Auswirkungen in vielen Bereichen von Gesellschaft und Kirche. Die Caritas Altenhilfe GGmbH versucht mit ihrem konzeptionellen Ansatz flexibel und proaktiv auf künftige Herausforderungen zu reagieren und gleichzeitig ihr christliches Profil zu schärfen.

Seit Jahrzehnten wird die durchschnittliche Lebenszeit immer länger und die Gruppe alter Menschen größer, was dazu führt, dass Altsein und Altwerden nicht länger ein Einzelschicksal ist, wie noch vor 100 Jahren, sondern zum Massenphänomen heranreift. Durch medizinisch-technische Entwicklungen und verbesserte Lebensbedingungen schreitet, allen einschlägigen Prognosen zufolge, diese stille Revolution in den nächsten Jahrzehnten weiter voran, und die Lebenserwartung nimmt pro Jahr um etwa drei Monate zu. Bis 2050 wird sich die Zahl der über 80-jährigen verdreifachen, sodass dann mehr als jeder zehnte Bundesbürger (11,3 Prozent) dieser Altersgruppe angehört.

Risiken des langen Lebens
Ein langes Leben ist jedoch auch mit zahlreichen Risiken konfrontiert. Eine Verlängerung der Lebenszeit erhöht für jeden einzelnen auch unweigerlich die Möglichkeiten einer Manifestation latenter chronischer Krankheiten und begünstigt degenerative gesundheitliche Prozesse (Diabetes, Bluthochdruck, Arthritis, Demenz, psychische Erkrankungen), welche zudem durch Multimorbidität gekennzeichnet sind. So leidet heute jeder dritte über 70-Jährige an fünf verschiedene Erkrankungen. Gleichzeitig ist zu beobachten, dass sich durch den medizinischen Fortschritt, starke gesundheitliche Beeinträchtigungen, die einen Unterstützungsbedarf auslösen, in das hohe Lebensalter verschieben lassen. Bis 2030 wird die Zahl der Pflegebedürftigen um 58 % (3,36 Millionen Bundesbürger) ansteigen, wobei jeder Zweite 85 Jahre oder älter sein wird. Diese Prognosen machen die großen Herausforderungen an das Versorgungsnetz deutlich.

Herausforderungen der Zukunft
Nach wie vor ist der größte Pflegedienst der Nation die Familie. Es gibt jedoch gute Gründe, die Tragfähigkeit der familiären Ressourcen nicht zu überschätzen. Veränderte Paarbeziehungen sowie das Phänomen der Patchwork- oder Einkindfamilien konfrontieren junge Menschen immer häufiger mit mehreren gleichzeitig pflegebedürftigen alten Angehörigen. Zudem lebt die Hochrisikogruppe der über 80-Jährigen zu mehr als zwei Dritteln allein. Zukünftig werden pflegende Angehörige daneben selbst immer älter und damit gesundheitlich beeinträchtigt sein. Dies führt dazu, dass die Anforderungen an Alternativen zu einem bedarfsgerechten Wohnen im Alter stetig wachsen. Derzeit gängige Angebote sind beginnend vom niedrigschwelligsten: das Mehrgenerationenwohnen, Betreutes Wohnen (Servicewohnen), ambulante Pflege, ambulant betreute Wohngemeinschaften, Tagespflege, Kurzzeitpflege, vollstationäre Pflege, Hospizdienst.

Das Versorgungsnetz der Caritas
Die Caritas Altenhilfe GGmbH als 100-prozentige Tochter des Caritasverbandes für das Erzbistum Berlin e.V. und damit Teil der katholischen Kirche, hält zusammen mit diesem die genannten Angebote im gemeinsamen Dienstleistungsportfolio vor. Somit ist die Caritas im Erzbistum Berlin als wichtiger Akteur im lokalen Versorgungsmarkt für Senioren zu sehen. Die beschriebene Entwicklung macht deutlich, dass das Versorgungsnetzwerk für ältere Senioren und Hochbetagte mehr und mehr zum Zukunftsmarkt geworden ist, was viele Investoren angezogen hat. Daraus erwuchs ein stark wahrnehmbarer Wettbewerb, verbunden mit einem immer differenzierteren Bedarf nach Unterstützungsleistungen auf der Nachfragerseite. Die politisch geförderte Ambulantisierung der Pflege sowie die Forderung nach mehr Transparenz in der Pflegequalität (künftige Bewertung nach Schulnotensystem) durch das neue Pflegeweiterentwicklungsgesetz, rücken zudem die Sicherung der Qualität sowie die nachhaltige Profilbildung in den zentralen Fokus. Das erfolgreiche Bestehen in diesem volatilen Markt realisiert die Caritas Altenhilfe GGmbH als Anbieterin des Servicewohnens, ambulanter sowie teil- und vollstationärer Pflege, durch die Stärkung ihrer drei tragenden Säulen: Seelsorge, Qualität und finanzielle Solidität gebaut auf ein Fundament der Transparenz.

Unternehmensprofil Seelsorge
Untrennbar mit dem Flammenkreuz – der Marke Caritas – ist die gelebte und erlebbare Seelsorge verbunden. Ein Profil ist jedoch nur so gut, wie seine Authentizität. In diesem Fall salopp gesagt: Wo Kirche drauf steht, muss auch Kirche drin stecken. Die Caritas Altenhilfe GGmbH kann in allen Einrichtungen auf die Unterstützung durch direkt im Hause lebende Pfarrer im Ruhestand oder in den Häusern tätige Ordensschwestern zählen, welche einen wertvollen Dienst in der seelsorgerlichen Begleitung der Bewohner leisten.
Gleichzeitig ist in der Unternehmensstrategie verankert, dass bei neuen Projekten nur Standorte gewählt werden, die eine unmittelbare Nähe zur katholischen und evangelischen Kirchengemeinde gewährleisten. Eine enge Zusammenarbeit mit den Kirchengemeinden ist eines der Leitziele. Viele Einrichtungen sind mit der Gemeinde Teil eines Kuratoriums zwecks gemeinsamen Austausches.
Eine noch stärkere Verknüpfung der kirchengemeindlichen Angebote für Senioren mit dem Versorgungsnetz der Caritas ist zukunftsweisende Aufgabe. Die Umsetzung einer darüber hinausgehenden christlich geprägten Atmosphäre ist in einem Millieu, in dem zunehmend Mitarbeiter tätig sind, die keinen Bezug zum Christentum haben (53 Prozent), eine Herausforderung. Um die Bewohner mit ihren Bedürfnissen besser zu verstehen, ist es nötig, mit christlichen Themen vertraut zu sein.
Diesem Informationsbedarf wurde die Caritas Altenhilfe durch die Entwicklung eines praxisnahen „Handbuches Seelsorge“ gerecht. Ein Glossar informiert über Begriffe von „Andacht“ über Evangelium“ bis „Weihwasser“. Christliche Feiertage im Kirchenjahr werden anschaulich beschrieben mit Anregungen zur Gestaltung für die Bewohner. Zu jedem Feiertag gibt es einen Aushang.
Oft bedeutet das hohe Einzugsalter, dass Mitarbeiter Sterbende und deren Angehörige begleiten müssen. Hierbei geht es häufig um seelische Unterstützung und kleine körperliche Dienste; miteinander gesprochene Gebete geben Trost. Das Handbuch beinhaltet deswegen auch einen Teil zur Begleitung Sterbender. Um den christlichen Geist nachhaltig zur Aufgabe aller zu machen, will die Caritas Altenhilfe die Seelsorge auf alle Schultern verteilen. Seit 2008 findet erstmals eine 2-jährige Weiterbildung zur Altenheimseelsorge statt, an der 18 Mitarbeiter in 4 Seminarblöcken zu je 3 Tagen teilnehmen. Es geht darum zu überlegen, wie man mit der „Sichtweise Seelsorge“ den Heimalltag für Bewohner schöner gestalten kann. Ein Heimeinzug ist beispielsweise mit viel Angst vor dem Unbekannten und Trauer um Vergangenes verbunden. Durch Gespräche versuchen die Mitarbeiter Vorlieben des künftigen Bewohners herauszufinden. Vielleicht steht dann schon etwas auf dem Nachttisch, wie ein Lieblingsgetränk oder die Lieblingsdecke liegt bereit und ein kleiner Willkommensgruß erleichtert das Ankommen. Das kleine menschliche Miteinander ist Seelsorge, die jeder leisten kann.




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